Thorstens Blog

Nur ein Wort

31. Dezember 2009 · Kommentar schreiben

Gestern Abend durften die Hörer der Radiosendung hr3 Madhouse diese aktiv mitgestalten. Sie durften sich Ihre Lieblingstitel wünschen, allerdings unter der Bedingung, dass der Titel nur aus einem Wort bestehen durfte. Mir kam da natürlich sofort ein Song in den Kopf:

Aber auch noch jede Menge andere wie Oasis – „Acquiesce“, Travis – Turn, Travis – Sing, Coldplay – Clocks, usw.

Gespielt wurden unter anderem Glanzlichter wie Die Ärzte – „Junge“, Coldplay – „Trouble“, Marillion – „Kayleigh“ und vor allem The Cure – „Lullaby“.

Wem fallen noch mehr gute Songs zu diesem Thema ein?

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Trauer als Event?

16. November 2009 · 3 Kommentare

Robert Enke verstarb am 10. November 2009. Sein Tod bewegte viele Menschen, selbst die, die wenig für Fußball übrig haben oder ihn noch nicht mal wirklich kannten. Weit verbreitet sah man in sprach- und fassungslose Gesichter.

Und weil sein Tod viele Menschen bewegte, wurde am Sonntag eine große Trauerfeier in der AWD-Arena veranstaltet, also in jenem Stadion, in denen Robert Enke in den vergangenen Jahren für seinen Verein Hannover 96 das Tor hütete. Bereits hieran mag man erste Kritikpunkte finden. Trauer ist schließlich etwas sehr privates. Und niemand, der einen nahen Angehörigen verliert, möchte dessen Beerdigung als Großereignis für die Massen erleben. Nun war Robert Enke aber eine öffentliche, sehr beliebte Person. Nun weinten aber viele Menschen um seinen Tod und vermochten es eigentlich gar nicht zu begreifen, was da am 10. November passiert war. Und dafür sind Trauerfeiern da. Zum Abschied nehmen. Um dem Verstorbenen noch einmal die letzte Ehre zu erweisen. Zur Verarbeitung der Geschenisse: denn auf der Trauerfeier wird es auch erstmals für einen selbst richtig greifbar, dass  man dem geliebte Menschen nie mehr auf dieser Erde begegnen wird.

Wenn Menschen trauern, rücken sie zusammen. Gerade dies hat der Fall Robert Enke bewiesen. Sie teilen ihre Trauer, stützen sich, teilweise trotz noch so großer Gegensätze, in diesen schweren Momenten. Als die Nachricht bekannt wurde, pilgerten viele zum Stadion, um dort gemeinsam zu trauern, und es wurde ein Trauerzug durch Hannover von Fußballfans kurzfristig organisiert, an dem tausende teilnahmen.

Nun konnte am Wochenende nicht jeder, der der Trauerfeier beiwohnen wollte, ins Stadion gehen. Dafür war die AWD-Arena einfach zu klein. Insoweit halte ich es – trotz aller Kritik – auch nicht für besonders verwerflich, dass die Zeremonie über Großbildleinwände auf den Platz vorm Stadion sowie auch über TV übertragen wurde. Und schließlich gab es ja anschließend noch eine Trauerfeier im kleinen Kreise, wo dann die engsten Weggefährten Robert Enkes in ganz privater Atmosphäre Abschied von ihm nehmen konnten.

Aber zurück zur großen Trauerfeier: man hätte die Sache wirklich sehr diskret und würdig gestalten können. Man hätte dem Zuschauer vor seinem TV-Gerät einfach das Gefühl geben können, er sei einer der trauernden Gäste im Stadion, jemand, der in seiner Sitzschale sitzt und in dieser guten Stunde andächtig von Robert Enke Abschied nimmt. Man hätte eine weite Ansicht des Spielfeldes anbieten können mit dem aufgebahrten Sarg, den Blumen drum herum sowie dem Rednerpult. Auch Nahaufnahmen vom Priester, von den Rednern und Musikern – kein Problem. Wenn auf einer Beerdigung jemand eine Rede hält oder dem Verstorbenen ein Abschiedslied singt, schaut ihn ja auch jeder an, ebenso wie natürlich den Priester.

Widerlich wurde die ganze Sache aber dann, als die Kameramänner ihre Kameras stets über die Gesichter der Nationalspieler, der Spieler von Hannover 96 sowie anderer prominenter zu schwenken meinten – natürlich in Nahaufnahme. „Wir zeigen Gefühle, Emotionen“ – ging es wirklich darum? Kann sich irgendjemand entsinnen, jemals auf einer Beerdigung gewesen zu sein und dort andere Trauergäste beim Weinen begafft zu haben? Wahrscheinlich können dies nichtmal die Kameramänner und die Bildregisseure, die für diese  abartige Geschmacklosigkeit verantwortlich waren.

Ich habe gestern nur die letzten zehn Minuten der Zeremonie gesehen, weil ich geahnt hatte, welch widerliche Züge die Übertragung annehmen würde. Schon diese zehn Minuten haben mir schlichtweg gereicht. Das zu sehen gab mir nicht das Gefühl, Robert Enke, diesen großen Sportler, dadurch in irgendeiner Weise würdig verabschieden zu können.

Den Gipfel der Geschacklosigkeit erklomm heute dann die „Bild“-Zeitung, die auf ihrer Startseite mit einer Großaufnahme der Witwe Teresa Enke bei einem Heulkrampf und der scheinheiligen Schlagzeile „Deutschland weint mit Frau Enke“ aufmachte. Interessieren solche Aufnahmen wirklich die Öffentlichkeit? Sie haben sie nicht zu interessieren. Aber im Hause Springer ist so etwas eiskaltes Kalkül. Frau Enke wird mit Sicherheit zur Zeit nicht den Nerv dafür haben, die „Bild“ für diese Verletzung ihrer Intimsphäre in irgendeiner Weise rechtlich zu belangen.

Geheucheltes Mitgefühl, eiskaltes Geschäft – „Bild“ ist sich nicht zu schade, schwerste Schicksale von Menschen, die unfreiwillig und auf höchst tragische Weise zur öffentlichen Person geworden sind, in einer Art und Weise auszunutzen (siehe auch schon der Fall Natascha Kampusch).

Möge nun das „Trauer Event“ um Robert Enke nun sein Ende gefunden haben, bevor es noch unwürdiger für ihn, für diejenigen, die ihm nahe standen sowie vor allem noch unerträglicher für Teresa Enke wird.

→ 3 KommentareKategorien: Allgemeines · Fußball · Medien

Robert Enke

11. November 2009 · Kommentar schreiben

Mit großer Fassungslosigkeit habe ich vor wenigen Minuten die Meldung gelesen, dass Nationaltorwart Robert Enke sich am Dienstagabend offenbar das Leben genommen hat.

Mein ganz besonderes, tief empfundenes Mitgefühl gilt seiner Ehefrau. Vor drei Jahren starb die gemeinsame, nur zwei Jahre junge Tochter Lara aufgrund eines Herzfehlers. Ich erinnere mich noch an die rührenden Bilder, als es der kleinen Lara besser ging, als ihr Papa sie stolz auf den Schultern durch das Stadion trug. Nur wenige Monate später jedoch verstarb sie. Robert spielte tapfer weiter Fußball.

Nun muss Laras Mutter einen zweiten, so unfassbar schweren Schicksalsschlag verkraften. Ich wünsche ihr viel Kraft und die richtigen Menschen an ihrer Seite in diesen schlimmen Zeiten. Kraft, die sie vor allem aufbringen muss für die keine, nur acht Monate alte Tochter, die das Ehepaar Enke noch im Mai dieses Jahres adoptiert hatte.

Robert, Du hinterlässt viele Menschen sehr traurig und fassungslos. Ruhe in Frieden.

www.evangelisch.de – Was wissen wir wirklich? Zum Tod von Robert Enke

→ Einen Kommentar schreibenKategorien: Fußball

Ich lasse mich nicht impfen

30. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

H1N1, die so genannte „Schweinegrippe“ – seit Monaten ist sie in den Medien. Angst anfangs, Augenrollen hingegen inzwischen ist die weit verbreitete Reaktion, sobald dieses Thema aufkommt. Sicher, ernstzunehmen ist diese Epidemie, die sich erstaunlich rasch ausbreitet. Aber ist es wirklich nötig, sich dagegen impfen zu lassen, und dies noch mit einem Wirkstoff, der mehrere Risiken hinsichtlich seiner Nebenwirkungen mitbringt? Mit einem Wirkstoff, dessen mögliche Langzeitfolgen nicht erforscht sind.

Die Ukraine leidet zur Zeit sehr stark am H1N1-Virus, das sich geradezu epidemisch in der Bevölkerung ausbreitet. Sie führt sogar dazu, dass der Präsidentschaftswahlkampf für drei Wochen unterbrochen wird. Über die Verhängung einer Quarantäne wird ernsthaft nachgedacht. 81.000 Ukrainer sollen infiziert sein, ebenso sind über 30 Todesfälle aufgrund der H1N1-Grippe in der Ukraine bekannt.

Aber in diesem Moment fange ich zu überlegen an: über 30 Todesfälle bei über 80.000 infizierten. Nun gut, die Zahl der Todesfälle wird steigen. Aber wie viele Menschen sterben jedes Jahr an der „normalen“ Grippe? Und wie viele Menschen haben sich zwar mit dem H1N1-Virus infiziert, werden jedoch nicht daran sterben?

Nein, ich werde mich nicht impfen lassen. Zumindest nicht gegen H1N1. Für mich – so ehrlich will ich sein – ist die Panik, die darum gemacht wird, nur politischem Aktionismus geschuldet. Niemand möchte am Ende der Schuldige sein, falls es doch zu einer schwerwiegenden H1N1-Epidemie kommt. Und zu guter letzt profitiert ja auch die Pharma-Industrie  mitten in der derzeitigen schweren Wirtschaftskrise davon.

Nein, ich werde dabei nicht mitmachen.

Hörtipp zum Thema: „Risiko Leben – und ewig lauert die Gefahr“ bei hr2 – Der Tag, der Podcast der Ausgabe vom 21.10.2009 ist voraussichtlich verfügbar bis zum 20.01.2010.

Nachtrag: Die ukrainischen Schulen sind nunmehr wegen der Grippe für drei Wochen geschlossen worden. Auch größere Veranstaltungen wurden nunmehr grundsätzlich verboten. Unklar ist jedoch, ob die über 30 Todesfälle alle tatsächlich auf das H1N1-Virus zurückzuführen sind. Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko sprach von nur 11 bestätigten Fällen. Quelle und weitere Informationen : Spiegel Online

→ Einen Kommentar schreibenKategorien: Alltag · Ukraine

Wonleiisdenz

29. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

Aus einer Akte – Angaben zum Kindsvater:

VATTER UNBEKAnnT ich hatte ein Wonleiisdenz und weis nich wie die person heist

Den Kommentar dazu überlasse ich am besten Rainald Grebe:

→ Einen Kommentar schreibenKategorien: Kurios

Gar nichts…

29. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

Was sich gewisse Herren in ihren Traditionsfarbenen schwarz-weißen Jerseys, Hosen und Stutzen heute gedacht haben, weiß ich nicht. Wahrscheinlich haben sie nur gedacht und ganz vergessen, dass sie heute einen Arbeitstag hatten. Dass sie vor über 51.000 Zuschauern die Chance nutzen sollten, die sie vom Papier her nicht hatten. Aber stattdessen lässt man sich schnell drei Buden einschießen, um danach zuzuschauen, wie der Gegner locker ausläuft und seine Kräfte schont.

Nein, heute nicht. Heute wieder nicht. Es müssen wohl noch viele Jahre vergehen, bis die Eintracht mal wieder einen großen Wurf gegen die Bayern landet. Der letzte war ja auch erst vor gut zweieinhalb Jahren.

Oder hätte man doch lieber die roten Heimtrikots tragen sollen, anstatt diese Farbe den Gästen aus Fröttmaning zu überlassen?

Vielleicht hat Max-Jacob Ost von 11 Freunde.de ja doch recht: „Ihr werdet es mir nicht glauben, aber hier ist man sich einig: »Die Frankfurter sind nur so schlecht, weil Bayern rote Trikots an hat.« Als ob man ihn Hessen vor den Roten Angst haben müsste. Fragt mal Andrea Ypsilanti oder den Thorsten. Aber gut.

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Ukraine gegen Griechenland

19. Oktober 2009 · 2 Kommentare

In den Playoffs um die Qualifikation zur Fußball-WM 2010 in Südafrika trifft die Ukraine auf Griechenland. Ein hartes Los – für mich. Wem soll ich nun die Daumen drücken? Den Griechen mit ihrem genialen Trainer Otto Rehagel und vor allem mit ihrem langzotteligen Stürmer Ioannis Amanatidis, dem „Kapitän der Herzen“ meiner Frankfurter Eintracht? Oder doch der Ukraine, dem Land, was mir in den letzten Jahren so gewaltig ans Herz gewachsen ist? Was mir bleibt, ist die Gewissheit, dass wenigstens eins der beiden Teams, für die ich sympathisiere, auf jeden Fall nächstes Jahr in Südafrika mit dabei sein wird. Es hätte ja auch noch schlimmer kommen können. Trotzdem: schön ist die Situation für mich wahrlich nicht. Möge einfach die bessere der beiden Mannschaften weiter kommen.

→ 2 KommentareKategorien: Eintracht Frankfurt · Fußball · Ukraine

Teurer Champagner

17. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

Stell Dir vor, Du bist Staatspräsident eines kleinen Landes. Die Fußballnationalmannschaft Deines Landes schafft mit einem 5:0 über eine etwa gleichwertige Mannschaft die Qualifikation für die Fußballweltmeisterschaft im heimischen Stadion. Du selbst hast das ganze schön gemütlich live von Deinem VIP-Sessel auf der Tribüne aus verfolgt. Alles feiert, Autocorsos fahren durch die Straßen und Du ziehst Dich in Deinen VIP-Bereich zurück, um mit mehreren geladenen hochrangigen Offiziellen ebenfalls diesen sportlichen Triumph zu würdigen. Es wird mit Champagner angestoßen.

Ein normales Geschehen? In Serbien ist es strafbar.

Zur Prävention gewalttätiger Ausschreitungen ist der Konsum alkoholischer Getränke bei Sportereignissen in Serbien grundsätzlich verboten. Und das wird jetzt Präsident Tadic sowie weiteren hochrangigen serbischen Funktionären zum Verhängnis, die sich nach dem 5:0 Sieg. Er soll sich schon zur Zahlung einer Geldstrafe bereit erklärt haben. Ob’s damit erledigt sein oder doch eine größere politische Affäre aufgebauscht wird, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.

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Terror in Moldawien

15. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

Von der deutschen Medienlandschaft heute leider nahezu unbemerkt, wurden am  gestrigen Abend mehrere Menschen in der moldawischen Hauptstadt Chisinau durch die Explosion einer Handgranate schwer verletzt. Die Zahl der Opfer schwankt zwischen 20 und 40. Während eines Volksfestes nahe des Triumphbogens auf dem zentralen Platz kam es zu dem Anschlag, als eine russische Popgruppe auftreten sollte. Bisher tappen die Behörden weitgehend im Dunkeln, wer hinter dem Anschlag stecken könnte. Die Handgranate soll aus den Militärdepots der abtrünnigen Republik Transnistrien stammen.

Links zur Berichterstattung hierüber: Euronews (mit Videobeitrag), Wiener Zeitung, RIA Novosti und Wikio.

Eine Bekannte von mir war bei diesem Fest, um das Feuerwerk zu bestaunen. Sie quängelte, dass sie heimgehen wolle. Kurz nachdem Sie mit ihrer Familie dann aufgebrochen war, kam es zur Explosion. Sie hatte einfach Glück.

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Ein Wochenende an alter Wirkungsstätte

13. September 2009 · 1 Kommentar

Das Altstadtfest war ein guter Anlass, mal wieder dorthin zu fahren, wo ich die rund fünf Jahre meines Studiums verbracht habe: die beste Freundin und andere Freunde besuchen, Bier trinken, feiern. Und es mussten wirklich nur wenige Minuten auf dem Fest vergehen, um wirklich zu wissen, wo ich wieder bin, denn hinter mir rief ein Mädchen: „No Mändiiiieeee, wo worst’n Du off’m Klöö?“ Das leckere Schwarzbier und die hervorragende Wurst taten dann ihr übriges. :-)

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